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Über ein Drittel der Landfläche Deutschlands wird als Ackerland genutzt. Allein aufgrund dieses hohen Flächenanteils kommt dieser Nutzungsform eine besondere Verantwortung in Bezug auf die Erhaltung der biologischen Vielfalt, der Funktionsfähigkeit der genutzten und umgebenden Ökosysteme und der Kulturlandschaft insgesamt zu. Von der landwirtschaftlichen Nutzfläche nimmt das Ackerland rund 70 % (11,9 Mill. ha) ein (Stand 2014). Der Anbau wird von den Kulturarten Weizen, Gerste, Mais und Raps mit jeweils über einer Mill. ha Anbaufläche dominiert. Daneben spielen noch Roggen, Triticale, Hafer, Zuckerrüben und Kartoffeln flächenmäßig eine gewisse Rolle.
Anzahl und Flächenanteile der angebauten Kulturarten in einer Region können als Indikator für die Vielfalt landwirtschaftlicher Produktionssysteme angesehen werden. Seit den 50er Jahren haben erhebliche Verschiebungen zwischen den angebauten Kulturen stattgefunden, die mit einem enormen Konzentrationsprozess einhergingen. Dieser führte dazu, dass derzeit auf fast 90 % der gesamten Ackerfläche nur mehr neun Fruchtarten angebaut werden. Der Anteil von Weizen, Gerste und Mais beträgt bereits knapp 60 %. Drastische Rückgänge sind vor allem bei Roggen, Hafer, Kartoffeln, Futterhackfrüchten und Leguminosen festzustellen, wohingegen der Anbau von Raps in den vergangenen Jahren eine starke Zunahme verzeichnet hat. Bei den derzeit vorherrschenden Pflanzenarten ist eine erhebliche Anzahl von Sorten zugelassen und verfügbar, in größerem Umfang angebaut wird davon aber i.d.R. auch nur ein sehr begrenztes Spektrum. Wenige Hochleistungssorten bestimmen den Saatgutmarkt und den Anbau. Die Generosion im Getreideanbau wird als besonders hoch eingeschätzt.