Anbaudaten regionaler ackerbaulicher Kulturpflanzensorten

Die Bundesländer haben über ihre Länderprogramme die Möglichkeit, die Erhaltung genetischer Ressourcen in der Landwirtschaft gezielt zu fördern.

In Brandenburg wird im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms „KULAP 2007“ u.a. finanzielle Unterstützung für den Anbau von ca. 70 alten Zucht- und Landsorten von elf Kulturpflanzenarten gewährt (Weizen, Dinkel, Rauweizen, Emmer, Gerste, Roggen, Hafer, Hirse, Mais, Krapp und Färberwau). KULAP umfasst den Anbau von Land- und früheren Zuchtsorten landwirtschaftlicher Kulturpflanzen mit belegbarer Herkunft, deren Sortenschutz seit mindestens 20 Jahren aufgelassen wurde, die einen kulturgeschichtlichen bzw. standortkundlichen Bezug zur nordostdeutschen Agrarregion aufweisen und die für den umweltgerechten Anbau in Brandenburg besonders geeignet sind.

In Nordrhein-Westfalen wurde ein Modellprojekt durchgeführt, mit dem Ziel der Evaluierung von alten Sorten, ihrer Wiedereinführung in die landwirtschaftliche Produktion und der Entwicklung neuer Produkte aus diesen alten Sorten sowie deren Vermarktung. Nach Abschluss des Projektes 2006 wurden die Aktivitäten vom neu eingerichteten Kompetenzzentrum für die Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen an der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Münster fortgesetzt, das u.a. für die Organisation der Erzeugung und Verteilung von Saatgut zuständig ist. Hier flossen auch die Erfahrungen des von 2002-2007 durchgeführten, grenzüberschreitenden EUREGIO-Projekt GEVIP (grenzüberschreitende Entwicklung, Verarbeitung und Vermarktung von historischen sowie innovativen Produkten aus regionalen Pflanzenerzeugnissen) zwischen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden mit ein, das sich mit der Entwicklung und Vermarktung von neuen Erzeugnissen auf der Grundlage von pflanzengenetischen Ressourcen befasst hat.

In PGRDEU wird dargestellt wo und auf welcher Fläche selten gewordene ackerbauliche Kulturpflanzensorten angebaut werden.